Abgeschickt von Runa am 05 Oktober, 2009 um 10:50:44
Antwort auf: Therapien?!! von Holzapfel Bianka am 11 September, 2009 um 18:15:32:
Hallo Bianka,
unser Sohn Merlin (8) hat rechts eine Radioulnare Synostose (an einer Stelle verwachsene Elle und Speiche, so weit ich weiß haben das etwa 10% der WBS-Patienten). Das schränkt ihn schon stark ein... schon damals beim Krabbeln lernen und heute erschwert es ihm extrem das Schreiben lernen. Er kennt zwar die Buchstaben - er kann sie lesen und auch zu Wörtern zusammen ziehen, aber die gleichen Buchstaben mit einem Stift selber zu Papier bringen ist äußerst schwer für ihn. Er schreibt nun, weil es mit rechts nicht geht mit links, was aber auch viel "Krickelei" ist, da er von der Händigkeit her Rechthänder wäre. Er macht aber mittlerweile viel am PC, denn die Buchstaben auf der Tastatur zu finden und draufzudrücken sind kein Problem.
Auch beim Essen, spielen usw. schränkt es ihn ein, weil er die Hand nicht nach außen drehen kann. Will man ihm etwa Gummibärchen oder Geld geben oder Seife auf die Hand machen, geht das nicht so einfach.
Laut Dr. Pankau ist eine OP nicht unbedingt sinnvoll.
Reittherapie hat Merlin in der Kita einige Zeit gemacht (das kostete 4 EUR pro Mal) und jetzt in der Schule haben sie ein eigenes Therapiepferd und die Klasse fährt einmal in der Woche hin. Das kostet uns nichts. Für Gleichgewichts-und Wahrnehmungsschwächen ist das eine tolle Sache. Merlin hat eigetlich vor allem Angst, was wackelt, beim reiten hatte er allerdings niemals Angst. Im Gegenteil... er ist immer ganz wild drauf.
Was Merlin auch immer gut tut ist schwimmen. Da scheinen die Probleme, die er an Land hat (mit Bewegungen ansich) wie weggeblasen zu sein. In der Schule gehen sie einmal wöchentlich schwimmen und mittlerweile kann er ohne Schwimmhilfe schwimmen. Auch im Wasser zeigt er überhaupt keine Angst.
Für die Motorik (auch viel Feinmotorik) ist Ergotherapie zu empfehlen. Im Kindergartenalter dürfte das über die Frühförderung gehen. Falls ihr noch nicht habt, das muß beantragt werden (Kosten werden übernommen über das Behindertengesetz durch Sozialhilfe, wenn ich mich recht erinnere). Bei uns wurde das in der Kita durchgeführt (wie alle Therapien).
Was das Schielen angeht kann ich zu OPs nichts sagen. Merlin muß seit Jahren täglich Pflaster kleben und trägt (sehr wiederwillig) eine Brille deshalb. Eine OP stand bei uns noch nicht zur Debatte.
Viele Grüße
Runa